Nach 4 Jahren endete das Sanierungsprojekt der Orgel
Am Anfang stand die Sicherheit …
Nach gut vier Jahren endete denn ein Projekt, das, ausgehend von baulichen Sicherheitsmängeln des Emporengeländers, über die elektrische Sicherheit (Brandgefahr!), zu einer Generalsanierung der Orgel führte …
Als im Mai 2014, Herr Philipp Neßling von der„Werkstatt für Orgelbau Rensch“, die Orgel besichtigete, war das Ausmaß der Arbeiten noch nicht abzusehen.
Zitat Ph. Neßling:Hochmotiviert beugte ich mich in das Untergehäuse der Orgel, um auf den Knien robbend und im Schmutz der letzten Jahrzehnte die Windversorgung und Steuerungstechnik der Orgel in Augenschein zu nehmen. Abschließend verschaffte ich mir einen Überblick über das Pfeifenwerk … Die Stimme von Herrn Rudolf drang wie aus weiter Ferne in die Gedanken meiner Ratlosigkeit mit der Frage: „Und Herr Neßling, was meinen Sie?“ Ich entschloss mich für die Variante „ehrlich währt am längsten“ und verschaffte meinem Unmut vorsichtig etwas Luft. Die zum damaligen Zeitpunkt ausgeschriebenen Arbeiten erschienen mir wie ein „Tropfen auf den heißen Stein“ und mir standen Menschen mit musikalisch wunderbaren Ansprüchen gegenüber, die ich zunächst bitter enttäuschen musste: Der komplette Abbruch dieser Orgel und ein Orgelneubau, unter Wiederverwendung von Orgelteilen, gingen mir durch den Kopf.
Doch, wir alle wissen: es kam anders. Die technische Sanierung, samt Instandsetzung des Rückpositivs, wurde im September 2016 abgeschlossen.
Doch nun machten sich in anderen Bereichen der Orgel, Heuler und Ausfälle von Tönen breit, was weitere Maßnahmen dringlich machte.
(kaputte Taschen, die zu Tonausfällen führen)
Sehr erfreulich war in dieser Zeit die große Bereitschaft der Gemeindemitglieder, das Projekt mit ihren Spenden zu unterstützen, das hat uns Mut gemacht, die weiteren Schritte in Angriff zu nehmen.
Mit Fortschreiten des Projekts und den langen Wegen, die es manchmal brauchte, haben wir es schließlich geschafft, neben der Technik auch die klangliche Seite der Orgel zu bedenken:
Zitat Philipp Neßling: Neben den technischen Arbeiten wurde im zweiten Teil der Orgelrestaurierung auch das Pfeifenwerk und der Orgelklang überarbeitet. Dabei ist nach restaurativen Bedingungen vorgegangen und der Originalbestand unverändert beibehalten worden. Die aus der Vorgängerorgel übernommenen Pfeifen wurden 1954 rigoros dem herrschenden Klangideal unterworfen und entsprechend umgearbeitet. Hier konnten wir differenziert auf den Originalzustand zurückgreifen und der Orgel mehr Tragfähigkeit durch eine verbesserte Grundtönigkeit verleihen. Die 1954 stark gedrosselten Flötenstimmen wurden behutsam und im Rahmen der Substanzerhaltung intoniert und können fortan auch wieder solistisch eingesetzt werden. Die Disposition der Orgel wurde im Schwellwerk um eine neue Oboe 8‘ und im Pedal um ein Fagott 8‘ (teilweise aus Altbestand) erweitert.
(Posthornkröpfe an zwei Pfeifen des neuen Registers Oboe 8‘)
Dass wir sogar neue Register bekommen könnten, übertraf unsere ursprünglichen Erwartungen um ein Vielfaches – dass dann noch die Möglichkeit gegeben wurde, die Orgel auch optisch in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, ist fast schon ein kleines Wunder.
Die Prospektpfeifen des Hauptwerks wurden durch die Orgelbauwerkstatt überarbeitet. Das Ergebnis war: der schlechte Zustand der, für die Gemeinde sichtbaren, Pfeifen des Rückpositivs fiel umso mehr ins Auge - Was tun? - Das Polieren der Pfeifen von Hand ist sehr zeitintensiv. Doch fleißige Hände aus der Gemeinde nahmen sich der Aufgabe an. Nach sachkundiger Einführung durch den Orgelbauer ging es los:
Neun Leute putzten insgesamt etwa 80 Stunden und verhalfen den Pfeifen zu neuem Glanz.
Kaum zu glauben, dass aus diesem Pfeifensalat wieder eine klingende Orgel werden sollte …
Doch es wurde - und wir dürfen hoffen, dass sie in technischer Zuverlässigkeit nun weiterhin die Gottesdienste mit ihrem Klang bereichert und ihr Bestand für weitere Generationen gesichert ist.
Besonderer danken möchten wir Herrn Neßling mit seinem Orgelbauteam, der auch bei noch so großen Widrigkeiten von seinen hohen Idealen nicht abrückte und darüber hinaus allen, die uns bei diesem Projekt unterstützt haben. Sei es durch Geldspenden, durch ihrer Hände Arbeit oder durch ihr aktives Mitwirken bei den Nächten für die Orgel, so dass wir sagen können, dass
… am Ende eine (fast) neue Orgel steht!















